Unsere Familiengeschichte

Unsere Familiengeschichte

Seit 1934 ist unsere Familiengeschichte untrennbar mit der Geschichte unserer Häuser und der Menschen, die darin leben, verbunden.

Jede strategische Entscheidung, jede Innovation und jede neue Generation an der Spitze des Unternehmens hat auf einen tiefgreifenden Wandel in der Gesellschaft reagiert – in der Lebensweise, in der Art zu wohnen und in den Erwartungen, die man an sein Zuhause stellt.

Es geht nicht nur um Möbel. Es ist die Geschichte einer Familie aus dem Elsass, die es verstanden hat, die Zeichen der Zeit zu erkennen, sich ihnen anzupassen und manchmal sogar voraus zu sein, damit jeder sein Zuhause noch besser genießen kann.

Gründung einer Familie und Aufbau eines Unternehmens

Hubert und Antonia Schmidt

Hubert Schmidt ist 27 Jahre alt. Er wuchs als eines von sieben Geschwistern auf und verlor im Alter von vier Jahren seinen Vater. Später lernte er das Maurerhandwerk mit der Überzeugung, dass gute Arbeit das Schicksal bestimmt. 1934 heiratet er Antonia und gründet im Alter von 27 Jahren seinen Maurerbetrieb in Türkismühle, einer kleinen Stadt im Saarland. Antonia kümmert sich um die Verwaltung. Hubert baut und verkauft. Schon bald reihen sich die Bauprojekte förmlich aneinander: Die Firma wird mit Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern und Verwaltungsgebäuden beauftragt. Das Unternehmen ist vom ersten Tag an ein Familienunternehmen und wird es auch bleiben.

Zwei aufeinanderfolgende Brände verwüsten die Werkstatt und das Lager einige Jahre nach der Gründung. Andere hätten vielleicht aufgegeben, Hubert Schmidt macht jedoch weiter, getreu den Worten Kiplings, die er sich zu eigen gemacht hat: „Wenn du es ertragen kannst, dein Lebenswerk zerstört zu sehen, dann baue es ohne ein Wort noch einmal auf …“

Das Saarland ist 1934 ein Gebiet der Ungewissheit. Seit 1920 steht es unter dem Mandat des Völkerbundes und wartet auf ein Referendum, das über seine Zukunft entscheiden wird: Entweder soll es unter internationaler Verwaltung bleiben, sich Frankreich anschließen oder wieder ein Teil Deutschlands werden. In dieser politischen Schwebe spiegelt das Streben nach einem Zuhause – einem Einfamilienhaus – die Wünsche einer ganzen Generation wider. Vor diesem Hintergrund findet die Bedeutung des Schaffens von Hubert Schmidt gesellschaftliche Resonanz.

Der Übergang von Häusern zu Möbelstücken

Der Krieg hat alles zerstört. Hubert Schmidt fängt in einem wieder aufzubauenden Deutschland ganz von vorne an. Ein Kunde schlägt ihm vor, in die Herstellung von Küchenmöbeln einzusteigen: Er hat hervorragende Tischler und der Markt ist riesig. Er zögert zunächst, widmet sich dann aber voll und ganz dieser neuen Aufgabe.

1946 wird die erste Produktionshalle in Türkismühle errichtet. 1950 folgt eine zweite. 1948 werden die ersten Möbelstücke – darunter das legendäre Heidi-Buffet – auf der Messe in St. Wendel vorgestellt. Das markiert die Geburtsstunde von Schmidt Küchen. Die Produktion nimmt schnell Fahrt auf und erobert das nahe gelegene Ostfrankreich.

Das Europa der Nachkriegszeit befindet sich im kompletten Wiederaufbau. Die deutschen Haushalte haben alles verloren: Möbel, Geschirr und Küchengeräte. Die Priorität ist es, sie massiv, schnell und flächendeckend neu auszustatten.

Das Küchenbuffet verkörpert dieses Streben nach wiedergewonnener Normalität: ein solides, funktionales, sichtbares Möbelstück, das den ersten sozialen Aufstieg symbolisiert. Die industrielle Standardisierung, die aus den USA kam, setzt sich als Modell für den Wiederaufbau durch. In Serie zu produzieren, was gestern noch Handwerk war, ist die neue Herausforderung für eine ganze Generation europäischer Unternehmer. Hubert Schmidt stellt sich ihr mit Pragmatismus und einem ausgeprägten Marktgespür.

Niederlassung in Frankreich

Am 13. Januar 1957 entscheiden sich die Saarländer in einem Referendum für den endgültigen Anschluss an Deutschland. Für Schmidt Küchen, dessen Märkte inzwischen weitgehend in Frankreich liegen, liegt die Entscheidung auf der Hand: Sie benötigen eine Fabrik in Frankreich, um den Zollgebühren zu entgehen. Hubert Schmidt kauft deshalb eine alte Spinnerei der Familie in Lièpvre im Elsass.

Am 6. Juli 1959 kommen rund 20 Arbeiter aus dem Saarland auf dem verfallenen Gelände an und bringen es innerhalb von drei Monaten wieder auf Vordermann. Die Marke Cuisines Schmidt ist offiziell geboren mit vier Vertriebsmitarbeitern, 57 Angestellten und 300.000 Euro Umsatz. Was als einfacher logistischer Umzug geplant war, wird so zum Grundstein eines Industrieabenteuers in Frankreich.

Im Frankreich der „Trente Glorieuses“ entdecken die Franzosen die Wohlstandsgesellschaft und ziehen vom Land in die Stadt mit ihren Sozialwohnungen. Die Politik der großen Wohnsiedlungen versorgt die Haushalte mit modernen Wohnungen, die mit separaten Küchen ausgestattet sind und möbliert werden müssen. In den Haushalten halten erstmals Elektrogeräte wie Kühlschrank und Waschmaschine Einzug. Die aufstrebende Mittelschicht investiert mit Stolz in ihre Wohnungseinrichtung.

Vorantreiben des Wandels

Karl Leitzgen

Am 28. Januar 1967 heiratet Karl Leitzgen Antonia Schmidt, die Tochter des Gründers (die den gleichen Vornamen wie ihre Mutter trägt). Leitzgen arbeitet als Ölingenieur bei Standard Oil und kehrt Amerika den Rücken, um sich in Lièpvre niederzulassen. Er übernimmt die technische Leitung der Fabrik und beginnt sofort mit deren Umbau: Er vergrößert sie (von 6000 auf 32.000 m² im Jahr 1976), stellt Führungskräfte und Ingenieure ein und modernisiert die Maschinen.

Er erkennt sehr schnell, dass das Küchenbuffet keine Zukunft mehr hat, und bereitet den Übergang zur Herstellung der ersten nach Maß zusammensetzbaren Küchenelemente vor, die das traditionelle Angebot auf dem Markt rundum revolutionieren. Dank dieser innovativen und attraktiven Individualisierungsmöglichkeit boomt der lokale Export.

Frankreich befindet sich 1967 am Rande eines Umsturzes. Der Mai des Jahres 1968 zieht eine tiefgreifende Veränderung der Beziehung zur Arbeit, zur Autorität und zum Konsum nach sich. In den Haushalten steht die funktionale Küche im Mittelpunkt der Entwicklungen: Es gibt immer mehr Elektrogeräte, da sich die berufstätige Frau eine praktische und angenehme Küche wünscht. Die Innenarchitektur entwickelt sich weiter und integriert nun auch Einbauküchen in ihre Pläne. Karl Leitzgen nimmt diesen Strukturwandel früher wahr als die meisten seiner Konkurrenten.

Neuerfindung der Küche als Lebensraum

Die zweite Generation übernimmt voll und ganz die Leitung. Hubert Schmidt übergibt das Unternehmen 1975 an seine Töchter. Karl Leitzgen, der bereits seit 1967 am Ruder ist, trifft zu diesem Zeitpunkt eine wichtige strategische Entscheidung: Er zieht sich aus dem Großhandel zurück und baut ein Netz von exklusiven Cuisines Schmidt-Filialen auf. Er bringt den ersten vollfarbigen Katalog mit drei Produktlinien (Standard, Prestige, Klassik) auf den Markt und führt das erste Verfahren für maßgefertigte Fronten ein – eine Premiere in Europa.

Die Küche ist nun nicht mehr ein bloßer Funktionsraum, sondern das Herzstück des Haushalts. Das Unternehmen hat 150 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von über 5 Millionen Euro.

Das Ende der Trente Glorieuses markiert einen Wendepunkt in der französischen Wohnkultur. Die Ausstattung der Haushalte mit Elektrogeräten erreicht ihren Höhepunkt und trotz der beginnenden Ölkrise haben Investitionen in die eigenen vier Wände für die Franzosen weiterhin Priorität. Die Küche öffnet sich zunehmend zum Wohnzimmer: Von einem isolierten funktionalen Raum wird sie allmählich zu einem Ort der Geselligkeit, an dem die Familie zusammenkommt.

Der Verbraucher wird anspruchsvoller und ist besser informiert. Inzwischen kommt es auf ein spezialisiertes Netzwerk, eine beratende Beziehung und eine starke Marke an.

Ausbau unseres Filialnetzes

Am 13. Juli 1983 verlässt das letzte Buffet Prestige 150 die Fabrik in Lièpvre. Dies ist das Ende einer Ära. Cuisines Schmidt hat seinen Wandel vollzogen: Es ist aus dem Großhandel ausgestiegen, um ein Netz exklusiver Filialen aufzubauen, es hat sich von No-Name-Produkten gelöst, um eine eigene Marke zu erschaffen, und seine Lagerbestände damit ersetzt. Im selben Jahr wird das Unternehmen offiziell in SALM (Société Alsacienne de Meubles) umbenannt und eröffnet seine erste Filiale im Vereinigten Königreich.

Die SALM beschäftigt 270 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 19 Millionen Francs. Als fünftgrößter französischer Hersteller auf dem Markt etabliert sich die Marke und bereitet ihre Entwicklung vor.

1983 lässt Frankreich die Illusion des ewigen Wachstums endgültig hinter sich. Die Arbeitslosigkeit übersteigt die 2-Millionen-Marke und fortan ist man eher auf Sparkurs. Dennoch investieren die Franzosen weiterhin in ihr Zuhause. Am Rande der Städte entstehen große Fachgeschäfte. Die Idee des „Küchenprojekts“ – eines durchdachten, individuell gestalteten Raums – wird immer präsenter. Das Bild der Formica-Küche weicht einem neuen Ziel: Die Küche soll Ausdruck eines Lebensstils sein. Der Markt erfindet sich völlig neu.

Verankerung unserer Unternehmensphilosophie

„Wir wollen zu den Besten gehören, jeden respektieren und gemeinsam erfolgreich sein“

Im Januar 1986 treffen sich die 35 Führungskräfte der SALM zu einem Seminar im Schwarzwald. Aus diesen zwei Tagen kollektiver Arbeit geht die Unternehmensphilosophie hervor, die unter der Leitung von Karl Leitzgen verfasst wurde: „Wir wollen zu den Besten gehören, jeden respektieren und gemeinsam erfolgreich sein.“ Diese Worte werden zum kontinuierlichen Leitfaden für jede Managemententscheidung.

Im selben Jahr verpflichtet sich die SALM zu einer ehrgeizigen Markenpolitik und investiert 50 Millionen Francs in die nationale Kommunikation. Das Unternehmen beschäftigt 350 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 44 Millionen Euro. Der Bau des Werks U1 in Sélestat wird in Angriff genommen.

Die 1980er-Jahre stehen im Zeichen der Unternehmenskultur. In Frankreich verfassen die großen Unternehmen ihre Werte und ihre Unternehmensprojekte. Die Mitarbeitenden wollen nicht mehr nur ein Gehalt, sondern sich als Teil eines Ganzen fühlen. Karl Leitzgen, ein überzeugter Humanist, ahnt vor vielen anderen, dass dauerhafte Leistung nur durch menschliches Engagement zu erreichen ist. Eine Überzeugung, die die Schmidt Groupe auch 40 Jahre später noch in vollem Umfang vertritt.

Entwicklung zu einer nationalen Marke

Am 23. Januar 1989 präsentiert Cuisines Schmidt im Palais de Chaillot in Paris seine Marke im großen Stil und im Beisein des französischen Stimmimitators Yves Lecoq. Mit nationalen Fernsehspots, Plakatkampagnen und einem Netz von 200 Beratungszentren erreicht das Unternehmen eine neue Dimension. Im September wird die halbautomatische, digital gesteuerte Fabrik U1 mit einer Fläche von 30.000 m² in Sélestat vor 5000 Personen eingeweiht.

Noch im selben Jahr gibt es eine historische Wende: Die französische Tochtergesellschaft kauft die in Schwierigkeiten geratene deutsche Muttergesellschaft Schmidt Küchen auf. Die SALM beschäftigt inzwischen 600 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 65 Millionen Euro.

1989 ist ein Jahr von weltweiter Bedeutung. Der Fall der Berliner Mauer leitet eine neue Ära ein. Das Fernsehen setzt sich endgültig als wichtigstes Massenmedium durch: Mit der Ausstrahlung eines landesweiten TV-Spots erreicht man die französischen Haushalte. Der Verbraucher fordert zunehmend strukturierte Marken, Garantien und eine durchgehende Geschäftsbeziehung. Die Ära des anonymen Küchenhändlers neigt sich dem Ende zu.

Maßanfertigungen für jedermann

1992 führt die SALM Cuisinellà ein, eine neue, italienisch anmutende Marke, die erschwinglicher ist und sich an junge Paare und den Einstiegsmarkt im mittleren Preissegment richtet. Im Juni wird die erste Filiale in Sélestat eröffnet. Gleichzeitig ist die SALM der erste französische Küchenhersteller, der die Qualitätszertifizierung nach ISO 9001 erhält – eine Premiere in der Branche.

Der Tod von Hubert Schmidt markiert gleichzeitig das Ende einer Gründerära. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile 700 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 83 Millionen Euro. Es ist somit der zweitgrößte Hersteller Frankreichs.

1992 wird der Vertrag von Maastricht unterzeichnet. Der Zugang zu Verbraucherkrediten wird allgemein zugänglich: Eine Einbauküche ist nicht mehr nur wohlhabenden Haushalten vorbehalten.

Die französische Gesellschaft beginnt eine Phase der beschleunigten Individualisierung.

Jeder Haushalt legt Wert auf seine eigene Identität. Die Küche erobert sich ihren Platz als vollwertiger Wohnraum – ein Raum, in dem Geschmack, Lebensstil und Persönlichkeit Ausdruck verliehen wird. Das Budget für Hausrat steigt stetig, trotz schwierigem wirtschaftlichem Kontext.

Weitergabe, industrielle Umsetzung und Fortführung

Antonia Leitzgen

Am 18. Oktober 1995 verstirbt Karl Leitzgen völlig unerwartet im Alter von 59 Jahren. „Das ganze Dorf Lièpvre kam, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Sogar die Mitarbeiter der Fabrik in Türkismühle waren bei der Beerdigung dabei“, bezeugt Antonia Leitzgen. Seine Frau übernimmt den Vorsitz der SALM und wird dabei von Jean-Marie Schwab unterstützt. Sie gibt den Anstoß für eine zukunftsweisende Vision: die Industrialisierung der Maßanfertigung. Der Kunde wählt nun seine Farben, Designs und Kombinationen selbst aus. Maßanfertigungen sind kein Luxus mehr, sondern sollen zum Standard werden. Das Unternehmen beschäftigt 800 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 94 Millionen Euro.

Das Frankreich der 1990er-Jahre befindet sich in einer tiefen gesellschaftlichen Identitätskrise. Von Massenarbeitslosigkeit bis hin zu steigenden Ungleichheiten: Einheitlichkeit wirkt nicht mehr beruhigend, sondern bedrückend. Jeder Einzelne besteht auf der Einzigartigkeit seiner Entscheidungen und seines Wohnraums. Die Personalisierung wird in allen Bereichen zum zentralen Aspekt. Die Schmidt Groupe setzt dies in ein industrielles Verfahren um und verschafft sich somit einen endgültigen Wettbewerbsvorteil.

Anne Leitzgen: Weiterführung des Vermächtnisses und Neugestaltung

Im Dezember 2006 übernimmt Anne Leitzgen, die Enkelin des Gründers, im Alter von 33 Jahren den Vorsitz des Familienunternehmens. Sie arbeitete zuvor in der Werbebranche und durchläuft im Unternehmen die Bereiche Marketing, Netzwerkausbau in der Schweiz und Personalwesen. Ihre Vision ist es, die SALM zum führenden europäischen Konzern für maßgeschneiderte Wohnraumgestaltung zu machen.

Sie baut das Netz der exklusiven Filialen aus, beschleunigt den Export und startet die internationale Expansion. Die SALM beschäftigt nun 1300 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 295 Millionen Euro. Sie ist inzwischen der größte französische Küchenhersteller und der fünftgrößte in Europa.

2007 bringt Apple das iPhone auf den Markt: Die Beziehung zwischen Marken und ihren Kunden wird sich grundlegend verändern. Es ist der Beginn des vernetzten Verbrauchers: Er ist informiert, anspruchsvoll und hat seine eigenen ästhetischen Vorstellungen. Die ersten Deko-Blogs sorgen für einen Wandel in der Gestaltung der Einbauküche. Personalisierung ist keine Option mehr – sie wird vorausgesetzt. Die Schmidt Groupe ist strukturell auf diese neue Situation vorbereitet.

Eroberung von Europa

Im Jahr 2010 ist die Gruppe in mehr als 20 Ländern vertreten. Seit 2008 werden mehr Filialen außerhalb Frankreichs als im Land eröffnet. Die vollautomatische U2-Fabrik in Sélestat, die von den Mitarbeitern als „industrielle Kathedrale“ bezeichnet wird, ist voll funktionsfähig. Sie stellt zu 100 % personalisierte Küchen innerhalb von sechs Wochen her – von der Bestellung bis zur Lieferung.

Das Unternehmen ist der wichtigste französische Exporteur von Küchen und der größte nationale Hersteller. Es hat 1444 Angestellte sowie 6000 Mitarbeitende im weltweiten Netzwerk und erzielt einen Umsatz von 332 Millionen Euro. Es erhält außerdem sein neues Öko-Zertifizierungssiegel für seine nachhaltigen Praktiken.

Die Krise von 2008 zeigt einen grundlegenden Trend: die Rückbesinnung auf das Zuhause. Die eigenen vier Wände werden wieder zu einer sinnstiftenden Investition. Parallel dazu entwickeln sich Umweltzertifizierungen zu Kaufkriterien. Die Verbraucher wollen wissen, woher ihre Möbel kommen. In ganz in Europa wächst der Wunsch nach einem qualitativ hochwertigen Zuhause und die Schmidt Groupe ist hier einen Schritt voraus.

Erschließung neuer Märkte

2014 erschließt die Schmidt Groupe mit Asien einen neuen Markt. Aus einem Joint Venture mit Suofeiya, das 1200 Möbelhäuser in China besitzt, entsteht eine 65.000 m² große Fabrik in Ningxi, in der Nähe von Guangzhou, die im Juni 2015 in Betrieb genommen wird. Das Euroforum 2014, das auf einem Passagierschiff zwischen Marseille und Genua ausgerichtet wird, bringt 3000 Menschen aus der ganzen Welt unter dem Motto „Armada zur Eroberung der Verbraucher“ zusammen.

Die Gruppe zählt 1400 Mitarbeiter in Frankreich und 6000 weltweit und erwirtschaftet einen Umsatz von fast 400 Millionen Euro. Zunächst werden in China 500 Filialen eröffnet.

Im Jahr 2014 ist China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Die chinesische Mittelschicht, die 300 Millionen Menschen umfasst, strebt nach einem neuen Lebensstil: Qualität, Personalisierung und westliche Referenzen. Die französische Lebensart findet in den Metropolen großen Anklang. Die Einbauküche, die hier noch eine Randerscheinung ist, steht kurz vor dem Boom. Die Schmidt Groupe bietet hierfür ein Angebot, das vor Ort seinesgleichen sucht.

Bekennung zu unseren Wurzeln: Schmidt Groupe – ein Name, der uns mit Stolz erfüllt

Im Jahr 2016 legt die SALM ihr administratives Akronym ab und nimmt den Namen ihres Gründers an: Schmidt Groupe. Ein starker symbolischer Akt, um das Familienerbe in Zeiten der Globalisierung zu unterstreichen. Die Gruppe führt den Vertrag „Garantie Excellence Schmidt“ ein und legt den Grundstein für U3, das neue Werk für Aufbewahrungssysteme, das als das am stärksten automatisierte Werk der Branche gilt.

1500 Angestellte in Frankreich, 7500 Mitarbeiter weltweit und 460 Millionen Euro Umsatz, wovon 15 % im Ausland erwirtschaftet werden. Anne und Caroline Leitzgen erhalten den Grand Prix de l’Entreprise Patrimoniale et Familiale (Großer Preis für Traditions- und Familienunternehmen). Anne Leitzgen wird darüber hinaus vom IREF zur „Frau des Jahres 2016“ ernannt.

Die Verbraucher schätzen Marken, die zu ihrer Geschichte, ihrem Produktionsstandort und ihrem Engagement stehen. Authentizität ist zum wichtigsten Kriterium für Vertrauen geworden. Die Schmidt Groupe trägt den Namen ihres Gründers und bekennt sich mit Stolz zu ihren familiären Werten.

Beschleunigung in stürmischen Zeiten

Die COVID-19-Pandemie unterbricht die Tätigkeit der elsässischen Fabriken für mehrere Wochen. Die Schmidt Groupe organisiert die Wiederaufnahme der Arbeit mit großer Sorgfalt, sichert die Arbeitsplätze und beschleunigt zwei bereits angestoßene Projekte: die Einführung der E-Commerce-Websites und den Ausbau von U2B. Die Krise wirkt wie eine Offenbarung: Die industrielle Stärke, das lokale Netzwerk und die menschenorientierte Kultur des erweiterten Unternehmens werden zu entscheidenden Pluspunkten. Die Gruppe geht aus dieser Zeit flexibler und digitaler hervor.

Durch den Lockdown werden die Franzosen wie nie zuvor mit ihren Wohnverhältnissen konfrontiert. Eingeschlossen in vier Wände bemerken sie jeden schlecht genutzten Quadratmeter und jede unvorteilhaft eingerichtete Küche. Nach Ende des Lockdowns boomt der Markt für Inneneinrichtung: Die Haushalte investieren massiv in ihr Zuhause. Dieses wird zur obersten Priorität des Konsums. „Die Welt besser bewohnen“: Was seit 1934 das Credo der Schmidt Groupe ist, wird nun zu einer allgemeinen Selbstverständlichkeit.

Engagement für das Unternehmen der Zukunft

Im November 2023 wird die Schmidt Groupe ein Teil der weltweiten Gemeinschaft der B Corp-Unternehmen. Diese anspruchsvolle internationale Zertifizierung setzt Anne Leitzgens Überzeugung in die Tat um: „Das Unternehmen von morgen muss CSR-orientiert sein, wenn es in der Zukunft bestehen will.“ Dekarbonisierung der industriellen Prozesse, Produkte mit Ökodesign, seit Jahren PEFC-zertifiziertes Holz: Das Umweltengagement ist keine neue Strategie, sondern ein langfristiger Weg.

Die Gruppe führt außerdem ID PRO ein, eine neue Marke, die sich an professionelle Einrichter richtet.

Im Jahr 2023 lautet die Frage nicht mehr, ob sich Unternehmen engagieren sollen, sondern wie sie beweisen können, dass sie es wirklich tun. Angesichts des Misstrauens der Verbraucher und der Dringlichkeit des Klimaschutzes etabliert sich die B Corp-Zertifizierung als Standard für Glaubwürdigkeit.

Die Verbraucher wünschen sich nicht mehr nur eine schöne Küche. Sie wollen auch wissen, wie sie hergestellt wurde, aus welchen Materialien sie besteht und wie ihre Ökobilanz aussieht. Die Inneneinrichtung wird zunehmend zu einer Frage einer bewussten Entscheidung und nicht mehr nur des Stils.

Ein neues Level der Maßanfertigung

Die Schmidt Groupe integriert künstliche Intelligenz in jede Phase des Kundenerlebnisses: anhand von Assisted Design im Geschäft, zur Optimierung von Industrieprozessen und bei Qualitätskontrollen. Die KI ersetzt den Menschen nicht – sie erweitert seine Möglichkeiten. Maßgeschneiderte Lösungen, die bereits seit Jahrzehnten die Quintessenz der DNA der Gruppe ausmachen, können nun neue Dimensionen erreichen.

2026 will der Verbraucher nicht mehr aus Optionen wählen. Er will, dass seine Küche für ihn, mit ihm und in Echtzeit entworfen wird. Die künstliche Intelligenz setzt in allen Branchen neue Maßstäbe in Bezug auf das Verhältnis zur Personalisierung. Im Wohnbereich verwandelt sie den Kaufakt in einen Prozess der gemeinsamen Gestaltung. Die Schmidt Groupe, die seit fünfzig Jahren Maßanfertigungen industrialisiert, setzt ihre Vorreiterrolle auf der Grundlage dieser Revolution fort.