Unsere

Familien-geschichte

Seit 1934 ist unsere Familiengeschichte untrennbar mit der Geschichte unserer Häuser und der Menschen, die darin leben, verbunden.

Jede strategische Entscheidung, jede Innovation, jede neue Generation an der Spitze des Unternehmens hat auf einen tiefgreifenden Wandel in der Gesellschaft reagiert, in der Lebensweise, in der Art zu wohnen, in dem, was man von seinem Zuhause erwartet.

Es ist nicht nur eine Geschichte von Möbeln. Es ist die Geschichte einer elsässischen Familie, die es verstanden hat, ihre Zeit zu lesen, sich ihr anzupassen und ihr manchmal sogar voraus zu sein, damit jeder besser zu Hause wohnen kann.

Ein Unternehmen aufbauen

Hubert und Antonia Schmidt

Hubert Schmidt ist siebenundzwanzig Jahre alt. Als Waisenkind mit vier Jahren und als Sohn von sieben Geschwistern lernte er das Maurerhandwerk mit der Überzeugung, dass gute Arbeit ein Schicksal formt. 1934 heiratete er Antonia und gründete im Alter von 27 Jahren seinen Maurerbetrieb in Türkismühle, einer kleinen Stadt im Saarland. Antonia kümmert sich um die Verwaltung. Hubert baut und verkauft. Bald reiht sich eine Baustelle an die nächste: Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Verwaltungsgebäude. Das Unternehmen ist vom ersten Tag an ein Familienunternehmen und wird es auch bleiben.

Zwei aufeinanderfolgende Brände verwüsten die Werkstatt und das Lager einige Jahre nach der Gründung. Andere hätten aufgegeben. Hubert Schmidt bricht wieder auf, getreu den Worten Kiplings, die er sich zu eigen gemacht hat: “Wenn du das Werk deines Lebens zerstört sehen kannst und dich ohne ein Wort an den Wiederaufbau machen kannst…”.

Das Saarland von 1934 ist ein Gebiet in der Schwebe. Seit 1920 unter dem Mandat des Völkerbundes, wartet es auf ein Referendum, das über seine Zukunft entscheiden wird: Es soll unter internationaler Verwaltung bleiben, sich Frankreich anschließen oder wieder zu Deutschland gehören. In dieser politischen Zwischenzeit kristallisiert das Streben nach dem Heim, dem Einfamilienhaus die Wünsche einer ganzen Generation heraus. In diesem Kontext findet die Bedeutung des Buches von Hubert Schmidt seine soziale Resonanz.

Pivot: vom Haus zum Möbelstück

Der Krieg hat alles weggefegt. Hubert Schmidt kehrt von der Kriegsmarine und aus englischer Gefangenschaft zurück und fängt in einem wieder aufzubauenden Deutschland von vorne an. Ein Kunde schlug ihm vor, in die Herstellung von Küchenmöbeln einzusteigen: Seine Tischler waren hervorragend, der Markt war riesig. Er zögerte zunächst, widmete sich dann aber voll und ganz dieser Aufgabe.

1946 wurde die erste Produktionshalle in Türkismühle errichtet. Eine zweite wird 1950 gebaut. 1948 werden die ersten Modelle – darunter das legendäre Heidi-Buffet – auf der Messe in St. Wendel vorgestellt. Schmidt Küchen ist geboren. Die Produktion nahm schnell Fahrt auf und eroberte das nahe gelegene Ostfrankreich.

Das Europa der Nachkriegszeit befindet sich im totalen Wiederaufbau. Die deutschen Haushalte haben alles verloren: Möbel, Geschirr, Küchengeräte. Die Priorität besteht darin, massiv, schnell und für alle neu auszustatten.

Das Küchenbuffet verkörpert dieses Streben nach wiedergewonnener Normalität: ein solides, funktionales, sichtbares Möbelstück, das den ersten sozialen Aufstieg symbolisiert. Die industrielle Standardisierung, die aus den USA kam, setzte sich als Modell für den Wiederaufbau durch. In Serie zu produzieren, was gestern noch Handwerk war – das ist die Herausforderung für eine ganze Generation europäischer Unternehmer. Hubert Schmidt nimmt sie mit Pragmatismus und einem ausgeprägten Sinn für den Markt an.

Die Grenze überqueren

Am 13. Januar 1957 entscheiden sich die Saarländer in einem Referendum für den endgültigen Anschluss an Deutschland. Für Schmidt Küchen, dessen Märkte nun weitgehend in Frankreich liegen, steht die Entscheidung fest: Sie müssen eine Fabrik in Frankreich errichten, um den Zollgebühren zu entgehen. Hubert Schmidt kaufte eine alte Spinnerei der Familie in Lièpvre im Elsass.

Am 6. Juli 1959 kommen zwanzig Arbeiter aus dem Saarland auf das heruntergekommene Gelände und bringen es innerhalb von drei Monaten wieder auf Vordermann. Die Marke “Schmidt Küchen” wurde offiziell geboren, mit vier Vertriebsmitarbeitern, 57 Angestellten und 300.000 Euro Umsatz. Was als einfacher logistischer Umzug geplant war, wird zur Gründung eines französischen Industrieabenteuers.

Im Frankreich der “Trente Glorieuses” entdecken die Franzosen die Wohlstandsgesellschaft und ziehen vom Land in die Stadt mit ihren Sozialwohnungen. Die Politik der großen Wohnsiedlungen versorgt die Haushalte mit modernen Wohnungen, die mit separaten Küchen ausgestattet sind und möbliert werden müssen. In den Haushalten halten Elektrogeräte Einzug: Kühlschrank, Waschmaschine. Die aufstrebende Mittelschicht investiert mit Stolz in ihre Wohnungseinrichtung.

Den Wandel vorantreiben

Karl Leitzgen

Am 28. Januar 1967 heiratet Karl Leitzgen Antonia Schmidt, die Tochter des Gründers (und trägt daher den Vornamen ihrer Mutter). Der Mann arbeitet als Ölingenieur bei Standard Oil. Er verzichtet auf Amerika und kommt nach Lièpvre. Er übernimmt die technische Leitung der Fabrik und beginnt sofort mit deren Umbau: Vergrößerung (von 6000 auf 32 000 m² im Jahr 1976), Einstellung von Führungskräften und Ingenieuren, Modernisierung der Maschinen.

Er erkannte sehr schnell, dass das Buffet dem Untergang geweiht war, und bereitete den Übergang zur Herstellung der ersten nach Maß zusammensetzbaren Küchenelemente vor, die das traditionelle Angebot auf dem Markt völlig revolutionierten. Der lokale Export explodiert dank dieser neuartigen und attraktiven Personalisierung.

Das Frankreich des Jahres 1967 steht am Rande eines Umsturzes. Der Mai 68 bringt eine tiefgreifende Veränderung der Beziehungen zur Arbeit, zu Autoritäten und zum Konsum mit sich. In den Haushalten steht die funktionale Küche im Mittelpunkt der Entwicklungen: Es gibt immer mehr Elektrogeräte, die berufstätige Frau will eine praktische und angenehme Küche. Die Innenarchitektur entwickelt sich weiter und integriert nun auch Einbauküchen in ihre Pläne. Karl Leitzgen nimmt diesen Strukturwandel früher wahr als die meisten seiner Konkurrenten.

Die Küche als Lebensraum neu erfinden

Die zweite Generation übernimmt voll und ganz das Ruder. Hubert Schmidt übergibt das Unternehmen 1975 an seine Töchter. Karl Leitzgen, der bereits seit 1967 am Ruder ist, trifft zu diesem Zeitpunkt eine wichtige strategische Entscheidung: Er verlässt den Großhandel und baut ein Netz von exklusiven Schmidt-Küchen-Geschäften auf. Er bringt den ersten Vollfarbkatalog mit drei Produktlinien (Standard, Prestige, Klassik) auf den Markt und führt den ersten auftragsbezogenen Frontprozess ein – eine Premiere in Europa.

Die Küche ist nicht mehr nur ein Funktionsraum, sondern das Herzstück des Haushalts. Das Unternehmen hat 150 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von über 5 Millionen Euro.

Das Ende der Trente Glorieuses markiert einen Wendepunkt in der französischen Wohnkultur. Die Ausstattung der Haushalte mit Elektrogeräten erreicht ihren Höhepunkt und trotz der beginnenden Ölkrise haben Investitionen in das Haus für die Franzosen weiterhin Priorität. Die Küche beginnt, sich zum Wohnzimmer hin zu öffnen: Von einem isolierten technischen Raum wird sie allmählich zu einem Ort der Geselligkeit, an dem die Familie zusammenkommt.

Der Verbraucher wird anspruchsvoller und informierter. Die Zeit ist reif für ein spezialisiertes Netzwerk, eine Beratungsbeziehung und eine starke Marke.

Unser Ladennetz ausbauen

Am 13. Juli 1983 verlässt das letzte Buffet Prestige 150 die Fabrik in Lièpvre. Eine Ära schließt sich. Cuisines Schmidt hat sich gemausert: Sie hat den Großvertrieb verlassen und ein Netz exklusiver Geschäfte aufgebaut, das generische Produkt aufgegeben, um eine eigene Marke aufzubauen, und die Kontermarke durch das Lager ersetzt. Im selben Jahr wurde das Unternehmen offiziell in SALM (Société Alsacienne de Meubles) umbenannt und eröffnete seine erste Filiale in Großbritannien.

Die SALM beschäftigte 270 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 19 Millionen Francs. Als fünftgrößter französischer Hersteller auf seinem Markt beginnt es, als Marke zu existieren und bereitet seine große Entwicklung vor.

Frankreich im Jahr 1983 verlässt die Illusionen des unendlichen Wachstums. Die Arbeitslosigkeit übersteigt 2 Millionen, die Wende zur Sparsamkeit ist eingeleitet. Dennoch investieren die Franzosen weiterhin in ihr Zuhause. Am Rande der Städte entstehen große Fachgeschäfte. Die Idee der “Projektküche” – ein durchdachter, individuell gestalteter Raum – beginnt sich durchzusetzen. Das Bild der Formica-Küche weicht einem neuen Bestreben: die Küche als Ausdruck eines Lebensstils. Ein Markt, der sich gerade neu erfindet.

Schreiben Sie Ihre Unternehmensphilosophie

“Wir wollen die Besten sein, jeden respektieren, gemeinsam erfolgreich sein”

Im Januar 1986 trafen sich die fünfunddreißig Führungskräfte der SALM zu einem Seminar im Schwarzwald. Aus diesen zwei Tagen kollektiver Arbeit entstand die Unternehmensphilosophie, die unter der Leitung von Karl Leitzgen verfasst wurde: “Wir wollen die Besten sein, jeden respektieren, gemeinsam erfolgreich sein.” Diese wenigen Worte werdenzum ständigen Kompass für jede Managemententscheidung.

Im selben Jahr verpflichtet sich die SALM zu einer ehrgeizigen Markenpolitik und investiert 50 Millionen Francs in die nationale Kommunikation. Das Unternehmen beschäftigt 350 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 44 Millionen Euro. Der Bau des WerksU1 in Sélestat wird in Angriff genommen.

In den 1980er Jahren wird die “Unternehmenskultur” entdeckt. In Frankreich verfassen die großen Unternehmen ihre Werte, ihre Unternehmensprojekte. Die Mitarbeiter wollen nicht mehr nur ein Gehalt, sie wollen zu etwas gehören. Karl Leitzgen, ein überzeugter Humanist, ahnt vor vielen anderen, dass nachhaltige Leistung nur durch menschliches Engagement zu erreichen ist. Eine Überzeugung, die die Schmidt Groupe auch vierzig Jahre später noch intakt trägt.

Eine nationale Marke werden

Am 23. Januar 1989 führt Schmidt Küchen im Palais de Chaillot in Paris seine Marke mit großem Pomp und in Anwesenheit des Imitators Yves Lecoq ein. Nationale Fernsehspots, Plakatkampagnen, ein Netz von 200 Beratungszentren: Das Unternehmen ändert seine Dimension. Im September wird die Fabrik U1 – 30 000 m², halbautomatisch, digital gesteuert – in Sélestat vor 5 000 Personen eingeweiht.

Historische Umkehrung im selben Jahr: Die französische Tochtergesellschaft kauft die in Schwierigkeiten geratene deutsche Muttergesellschaft Schmidt Küchen auf. Die SALM beschäftigt 600 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 65 Millionen Euro.

1989 ist ein Weltjahr. Der Fall der Berliner Mauer leitet eine neue Ära ein. Das Fernsehen setzt sich endgültig als erstes Massenmedium durch: Einen landesweiten TV-Spot auszustrahlen bedeutet, in die französischen Haushalte einzudringen. Der Verbraucher beginnt, strukturierte Marken, Garantien und eine durchgehende Geschäftsbeziehung zu verlangen. Die Ära des anonymen Küchenhändlers neigt sich dem Ende zu.

Maßgeschneiderte Produkte demokratisieren

1992 führt die SALM Cuisinella ein, eine neue, italienisch klingende Marke, die zugänglicher ist und sich an junge Paare und den Einstiegsmarkt im mittleren Preissegment richtet. Im Juni wird das erste Geschäft in Sélestat eröffnet. Gleichzeitig wird SALM der erste französische Küchenhersteller, der die Qualitätszertifizierung nach ISO 9001 erhält – eine Premiere in der Branche.

Der Tod von Hubert Schmidt markiert das Ende einer Gründerära. Das Unternehmen beschäftigt 700 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 83 Millionen Euro. Es ist nun der zweitgrößte Hersteller in Frankreich.

1992 wird der Vertrag von Maastricht unterzeichnet. Der Zugang zu Verbraucherkrediten wird allgemein zugänglich: Eine Einbauküche ist nicht mehr nur wohlhabenden Haushalten vorbehalten.

Die französische Gesellschaft tritt in eine Phase der beschleunigten Individualisierung ein.

Jeder Haushalt beansprucht seine eigene Identität. Die Küche erobert sich ihren Platz als vollwertiger Wohnraum – ein Raum, in dem sich Geschmack, Lebensstil und Persönlichkeit ausdrücken. Das Budget für Hausrat steigt stetig, selbst in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld.

Weitergeben, industrialisieren, verewigen

Antonia Leitzgen

Am 18. Oktober 1995 verstarb Karl Leitzgen im Alter von 59 Jahren auf brutale Weise. “Das ganze Dorf Lièpvre ist gekommen, um ihn ein letztes Mal zu begrüßen. Sogar die Arbeiter der Fabrik in Türkismühle waren bei der Beerdigung dabei”, bezeugt Antonia Leitzgen. Seine Frau übernahm den Vorsitz der SALM, unterstützt von Jean-Marie Schwab. Sie gibt den Anstoß für eine Gründungsvision: die Industrialisierung der Maßanfertigung. Der Kunde wählt nun seine Farben, Stile und Kombinationen selbst aus. Maßanfertigungen sind kein Luxus mehr, sondern müssen zum Standard werden. Das Unternehmen beschäftigt 800 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 94 Millionen Euro.

Das Frankreich der 1990er Jahre befindet sich in einer tiefen Krise der sozialen Identität. Massenarbeitslosigkeit, steigende Ungleichheiten: Die Uniformität ist nicht mehr beruhigend, sondern bedrückend. Jedes Individuum beansprucht die Einzigartigkeit seiner Entscheidungen – und seines Inneren. Die Personalisierung wird zum zentralen Argument in allen Bereichen. Die Schmidt Groupe setzt dies in ein industrielles Verfahren um und macht es zu ihrem endgültigen Wettbewerbsvorteil.

Anne Leitzgen: Erben und neu erfinden

Im Dezember 2006 übernahm Anne Leitzgen(33), die Enkelin des Gründers, den Vorsitz des Familienunternehmens. Sie kommt aus der Werbebranche und durchläuft im Unternehmen die Bereiche Marketing, Netzwerkentwicklung in der Schweiz und Personalwesen. Ihre Vision: SALM zum führenden europäischen Konzern für maßgeschneiderte Wohnraumgestaltung zu machen.

Sie stärkt das Netz der exklusiven Geschäfte, beschleunigt den Export und startet die internationale Eroberung. Die SALM beschäftigt 1 300 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 295 Millionen Euro. Sie ist bereits der größte französische Küchenhersteller und der fünftgrößte in Europa.

Apple bringt 2007 das iPhone auf den Markt: Die Beziehung zwischen Marken und ihren Kunden wird sich grundlegend verändern. Der vernetzte Verbraucher kommt: informiert, anspruchsvoll, Träger seiner eigenen ästhetischen Vorstellungen. Die ersten Deko-Blogs beginnen, die Codes der Einbauküche zu verändern. Die Personalisierung ist keine Option mehr – sie wird erwartet. Die Schmidt Groupe ist strukturell auf diese neue Situation vorbereitet.

Europa erobern

Im Jahr 2010 ist die Gruppe in mehr als 20 Ländern vertreten. Seit 2008 werden mehr Filialen außerhalb Frankreichs als in Frankreich eröffnet. Die U2-Fabrik – vollautomatisch, von den eigenen Mitarbeitern als “industrielle Kathedrale” bezeichnet – ist in Sélestat voll funktionsfähig. Sie stellt 100 % personalisierte Küchen innerhalb von sechs Wochen her, von der Bestellung bis zur Lieferung.

Das Unternehmen ist der größte französische Exporteur von Küchen und der größte nationale Hersteller. Sie hat 1444 Beschäftigte, 6000 Mitarbeiter im weltweiten Netzwerk und erzielt einen Umsatz von 332 Millionen Euro. Es erhält sein neues Öko-Zertifizierungssiegel für seine nachhaltigen Praktiken.

Die Krise von 2008 offenbart einen grundlegenden Trend: den Rückzug auf das Zuhause. Das Zuhause wird wieder zu einer sinnstiftenden Investition. Parallel dazu werden Umweltzertifizierungen zu Kaufkriterien. Die Verbraucher wollen wissen, woher ihre Möbel kommen. Überall in Europa wächst der Wunsch nach einem qualitativ hochwertigen Zuhause – und die Schmidt Groupe reagiert darauf mit einem Vorsprung.

Die Welt verführen

2014 überschreitet die Schmidt Groupe eine neue Grenze: Asien. Aus einem Joint Venture mit SSK – 1.200 Möbelhäuser in China – entsteht eine 65.000 m² große Fabrik in Ningxi, in der Nähe von Guangzhou, die im Juni 2015 in Betrieb genommen wird. DasEuroforum 2014, das auf einem Passagierschiff zwischen Marseille und Genua stattfindet, mobilisiert 3.000 Menschen aus der ganzen Welt für die Vision “Armada erobert die Verbraucher”.

Die Gruppe beschäftigt 1 400 Mitarbeiter in Frankreich, 6 000 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftet einen Umsatz von fast 400 Millionen Euro. Fünfhundert Geschäfte werden zunächst in China eröffnet.

Im Jahr 2014 ist China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Seine chinesische Mittelschicht, 300 Millionen Menschen, strebt nach einem neuen Lebensstil: Qualität, Personalisierung, westliche Referenzen. Die französische Lebensart zieht in den Metropolen massiv an. Die noch marginale Einbauküche steht an der Schwelle zu einer Marktexplosion. Schmidt Groupe gelingt dies mit einem Angebot, das vor Ort keine Entsprechung hat.

Sich zu seinen Wurzeln bekennen: Schmidt Groupe, ein Name, ein Stolz

Im Jahr 2016 löscht die SALM ihr Verwaltungsakronym und nimmt den Namen ihres Gründers an: Schmidt Groupe. Ein starker symbolischer Akt – das Familienerbe in Zeiten der Globalisierung zu beanspruchen. Die Gruppe führt den Vertrag “Garantie Excellence Schmidt” ein und legt den Grundstein für U3, das neue Werk für Aufbewahrungssysteme, das am stärksten automatisierte Werk seiner Branche.

1.500 Beschäftigte, 7.500 Mitarbeiter weltweit, 460 Millionen Euro Umsatz, davon 15 % im Ausland. Anne und Caroline Leitzgen erhalten den Grand Prix de l’Entreprise Patrimoniale et Familiale (Großer Preis für Erb- und Familienunternehmen). Anne Leitzgen wird von der IREF zur “Frau des Jahres 2016” ernannt.

2016 ist ein Jahr der Paradoxien. Brexit, Trump-Wahl, Krisen der liberalen Demokratien: Die Globalisierung ist umstritten, die lokalen Identitäten behaupten sich mit Macht. In diesem Kontext gewinnt die Verbundenheit mit dem “Made in France”, dem territorialen Know-how und der menschlichen Verankerung neue Kraft.

Die Verbraucher befürworten Marken, die zu ihrer Geschichte, ihrem Herstellungsort und ihrem Engagement stehen. Authentizität ist zum wichtigsten Kriterium für Vertrauen geworden. Die Schmidt Groupe trägt den Namen ihres Gründers und bekennt sich mit Stolz zu ihren Familienwerten.

Beschleunigen im Sturm

Der Covid-19 stoppt die Tätigkeit der elsässischen Fabriken für mehrere Wochen. Die Schmidt Groupe organisiert den Aufschwung rigoros, sichert die Arbeitsplätze und beschleunigt zwei bereits begonnene Projekte: die Einführung der E-Commerce-Websites und den Leistungsanstieg von U2B. Die Krise wirkt wie eine Offenbarung – die industrielle Stärke, das kundennahe Netzwerk und die menschliche Kultur des erweiterten Unternehmens werden zu entscheidenden Aktivposten. Die Gruppe geht aus dieser Zeit agiler und digitaler hervor.

Durch die Enge werden die Franzosen mit ihren Wohnverhältnissen konfrontiert wie nie zuvor. Eingezwängt in vier Wände messen sie jeden schlecht durchdachten Quadratmeter, jede schlecht eingerichtete Küche. Am Ausgang explodiert der Markt für Inneneinrichtung: Die Haushalte investieren massiv in ihr Zuhause. Das “Zuhause” wird zur obersten Priorität des Konsums. Was die Schmidt Groupe seit 1934 behauptet – die Welt besser bewohnen – wird zu einer kollektiven Selbstverständlichkeit.

Sich für das Unternehmen der Zukunft engagieren

Im November 2023 wird die Schmidt Groupe der weltweiten Gemeinschaft der B Corp-Unternehmen beitreten. Eine anspruchsvolle internationale Zertifizierung, die Anne Leitzgens Überzeugung in die Tat umsetzt: “Das Unternehmen von morgen wird CSR sein oder nicht sein.” Dekarbonisierung der industriellen Prozesse, Ökodesign der Produkte, seit Jahren PEFC-zertifiziertes Holz: Das Umweltengagement ist keine neue Kurve, sondern ein langjähriger Weg.

Die Gruppe führt außerdem ID PRO ein, eine neue Marke, die sich an professionelle Einrichter richtet.

Im Jahr 2023 lautet die Frage nicht mehr, ob sich Unternehmen engagieren sollen – sondern wie sie beweisen können, dass sie es wirklich tun. Angesichts des Misstrauens der Verbraucher und der Dringlichkeit des Klimaschutzes wird sich die B Corp-Zertifizierung als Standard für Glaubwürdigkeit etablieren.

Die Verbraucher verlangen nicht mehr nur eine schöne Küche – sie wollen wissen, wie sie hergestellt wurde, aus welchen Materialien sie besteht und welchen Fußabdruck sie hinterlässt. Die Inneneinrichtung wird ebenso sehr zu einem Akt der Wahl wie zu einem Akt des Stils.

Noch mehr, noch weiter personalisieren

Die Schmidt Groupe integriertkünstliche Intelligenz in jede Phase des Kundenerlebnisses: Assisted Design im Geschäft, Optimierung von Industrieprozessen, Qualitätskontrollen. Die KI ersetzt den Menschen nicht – sie verstärkt ihn. Maßgeschneiderte Lösungen, die bereits seit Jahrzehnten zum Kern der DNA der Gruppe gehören, können nun neue Grenzen überschreiten.

Der Verbraucher von 2026 will nicht mehr aus Optionen wählen – er will, dass seine Küche für ihn, mit ihm und in Echtzeit durchdacht wird. Die künstliche Intelligenz definiert das Verhältnis zur Personalisierung in allen Bereichen neu. Im Wohnbereich verwandelt sie den Kaufakt in einen Akt der Co-Kreation. Die Schmidt Groupe, die seit fünfzig Jahren Maßanfertigungen industrialisiert, setzt ihre Fortschritte auf der Grundlage dieser Revolution fort.